Handlungspädagogik

Lernziel Handeln können

Im Rahmen unserer Schulgründungsinitiative haben wir an der Tagung von der Arbeitsgemeinschaft Handlungspädagogik und der Forschungsstelle für Waldorf-Arbeitspädagogik/ Berufsbildung vom 23.9.-25.9.2021 am Waldorf Institut Witten Annen teilgenommen.

Muss überhaupt gelehrt werden, damit gelernt werden kann?

Der Mensch verkörpert sich in die physischen und ätherischen Bedingungen des Planeten Erde hinein. In der Begegnung mit den Kräften und Stoffen der Erde bildet er sich seinen Leib zum Instrument seiner Intentionen. Eine Voraussetzung dafür ist, dass er auf dem Weg durch Kindheit und Jugend der Mannigfaltigkeit der irdischen Stoffe und Kräfte und Wesen auch wirklich begegnet, mit allen Sinnen, mit Händen und mit Füßen. Sonst wird er die Erde nicht kennenlernen und keine wirklichkeitsgemäße und menschenwürdige Tätigkeit in seinem Leben entfalten können. Immer mehr Errungenschaften der modernen Zivilisation aber hindern uns und besonders die heutigen Kinder daran, die volle Realität des physischen Daseins auf der Erde überhaupt zu erleben, so dass sich eine liebevolle Beziehung zum eigenen Leib und ein empathisches Verhältnis zur Welt kaum mehr ausbilden können. Die Folgen davon sind unermesslich und haben begonnen, sich in der Verwahrlosung des Planeten zu zeigen.

Bauern, Ärzte und Lehrer versammelten sich erstmalig zu einer Tagung, um gemeinsam darüber nachzudenken, was für eine Umgebung eigentlich für das heranwachsende Kind heute geschaffen werden muss, damit es seine Selbsterziehung so gestalten kann, dass es die Erde lieben lernt, wie es sich selbst lieben lernen will. „Schule“ traditioneller Art scheint dieser Ort nicht zu sein, und die Zersplitterung der Welt in Schulfächer im Bewusstsein des Kindes befördert zusätzlich seine Entfremdung von der Realität. Für den Aufbau von Gesundheit und Resilienz, die zum Bewältigen der Herausforderungen der Zukunft die Grundlage bilden, ist es notwendig, dass Ernährung, Heilung und Erziehung gemeinsam – wie ein Dreiklang an der Entwicklung der jungen Menschen arbeiten dürfen. Zeil ist es das Landwirtschaft, Medizin und Pädagogik zusammenwachsen zur Heilung des Menschen und der Erde. Zur Verwirklichung dieser Idee war diese Tagung ein erster Schritt.

Berührend war zu sehen, wie auf der ganzen Welt Schulinitiativen entstehen und entstanden sind welche auf ihre Weise die Ziele und Ideen der Handlungspädagogik im Rahmen der Waldorfpädagogik entwickeln und umsetzten. Wie unglaublich kreativ die Pädagogen, Landwirte, Ärzte und Künstler Konzepte entwickeln und mit den Kindern gemeinsam verwirklichen so das in den Schulen eine Stimmung entsteht das die Kinder z.B. in Tschechien sagen:“ Wir wollen keine Ferien, wir möchten immer hier sein“.

Hier hängen wir ihnen ein paar Links anderer Handlungspädagogisch arbeitenden Waldorfschulen an, um sie genauso zu begeistern, wie wir es sind.

In der Schulgründungsinitiative sind wir aktuell daran das Schuleigene Konzept für den Antrag beim Schulamt fertig zu stellen. Ebenso sind wir in Gesprächen den Ort zu finden an dem dieses neue Waldorfkonzept hier in unserer Region beginnen kann. 

Vorankündigung:

Zu dem Vortrag: „Aspekte einer elementaren Handlungspädagogik“ von Dr. Peter. Guttenhöfer laden wir euch/sie ganz herzlich am 10. Dezember um 19:30 Uhr im WaldorfkindergartenBad Vilbel ein.

Wie kann eine Pädagogik aussehen, die den Kindern und Jugendlichen einen Weg eröffnet, mit Freude, Begeisterung und Forschertum das Lernen zu ergreifen?
Diese Frage wird heute von vielen Menschen an vielen Orten gestellt.

Dr. P. Guttenhöfer hat sich intensiv mit dieser Frage auseinandergesetzt und daraus mit Manfred Schulze die Handlungspädagogik entwickelt.

Wir freuen uns auf einen anregenden Vortrag!